Warum Multitasking Käse ist und nicht Ihr Ziel sein sollte

Warum Multitasking Käse ist

Wichtige Erkenntnisse aus der Gehirnforschung

Wie sieht ihr Alltag für gewöhnlich aus?

Ihr Wecker klingelt, schnell raus aus dem Bett oder noch die Snooze Taste?  Gibt es Frühstück oder ist dafür keine Zeit? Nehmen Sie ganz schnell einen Happen oder zwei, nur damit was im Magen ist, denn es heißt ja, das ist die Grundlage für den Tag? Dann noch fix ins Bad, Katzenwäsche, Zähneputzen und weg? Im Büro schließen sich schier endlose Besprechungen,  Telefonate und e-mails an.  In der Mittagspause heißt es dann, nur kurz was essen und weitermachen, denn der Terminplan ist eng gestrickt.  Und am Abend hetzen Sie nach Hause,  um Kinder-, Haushalts- und/oder Beziehungsarbeit zu erledigen?

 

Sind Sie bei so einem Zeitplan auch meist  mit Ihren Gedanken schon bei der nächsten Aufgabe?  Oder reflektieren über die letzte Besprechung nach, wie ist es gelaufen?  Was Sie hätten  besser machen können“ Oder Sie ärgern sich, weil es eben nicht so optimal gelaufen ist und fragen sich, was die Kollegen jetzt wohl denken?

 

Was bedeutet Multitasking?

Wikipedia sagt: Unter Multitasking oder Mehrfachaufgabenperformanz (seltener menschliches Multitasking) versteht man die Ausführung zweier oder mehrerer Aufgaben zur selben Zeit oder abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten. Die Aufgaben sind voneinander unabhängig, das Ziel einer Aufgabe ist also nicht von den Resultaten der anderen Aufgabe abhängig. So wird beispielsweise eine E-Mail verfasst und gleichzeitig einem Bericht zugehört. 

 

Wer kann Multitasking besser?

Jahrelang wurde uns vorgebetet, dass Multitasking gut und erstrebenswert ist und dass es darum geht, wer das besser hinkriegt. Und wir haben eine  Art Wettbewerb geführt Vater gegen Mutter, Mutter gegen Tochter, Kollegen unter sich. Ganz beliebt und vielerorts diskutiert ist die Frage, ob Männer oder Frauen das besser können.

 

Denn Menschen, die das angeblich besser hinbekommen gelten in unserer Gesellschaft als besonders belastbar und leistungsfähig. 

 

Und jetzt komm ich und sage: Stimmt alles nicht!

 

Ja und obwohl ich selbst eine Frau bin, sag ich es an der Stelle nochmal ganz deutlich: Auch wir Frauen können kein Multitasking!

 

Multitasking ist nicht produktiv und auch unter Stress-Gesichtspunkten auf keinen Fall erstrebenswert.

 

Warum Multitasking nicht funktioniert

 

Weil unser Gehirn  Multitasking nicht kann. Es kann nicht gleichzeitig, es kann nur blitzschnell hin- und herschalten. Wieder und wieder. Jedoch, je mehr das geschieht, umso mehr Fehler passieren. Und dazu noch ermüdet Multitasking. Das sind die Erkenntnisse der Gehirnforschung.

 

Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Multitasking gar nicht geht. Weder bei Mann, noch bei Frau. Wir können zwar beispielsweise einem Gesprächspartner am Telefon zuhören und während dessen visuelle Informationen vor dem Bildschirm aufnehmen, denn unsere Wahrnehmung funktioniert  auf vielen Kanälen gleichzeitig. Wir können also auch sprechen und gleichzeitig etwas mit den Händen tun. In Fachkreisen  nennt man dies Output-Prozesse, die mit kleineren gegenseitigen Beeinflussungen jedoch problemlos möglich sind.

 

Um zwei oder mehr Aufgaben jedoch zur selben Zeit bearbeiten zu können, müssen Aufmerksamkeitsressourcen aufgeteilt werden, was hohe Anforderungen an Aufmerksamkeits- und Verarbeitungsprozesse stellt. Die Wissenschaft hat die Effizienz beim Bearbeiten verschiedener Aufgaben abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten in Unterscheidung mit einer seriellen Bearbeitung untersucht und eine enorm erhöhte Fehlerquote, ein extrem erhöhtes Unfallrisiko und eine Minderung der Leistung festgestellt.

 

Anders sieht es bei Aufgaben aus, die zwar zeitüberlappend laufen sollen, jedoch eine unterschiedliche Zielführung haben, denn hier kann das Gehirn nur einen Prozess pro Zeiteinheit ausführen, da die Entscheidung eine zentrale Aufmerksamkeit benötigt, die  nicht teilbar ist. Heißt, diese Aufgaben können zwar blitzschnell ablaufen, aber nicht "gleichzeitig".  Wir müssen eine Tätigkeit unterbrechen, um uns der anderen zuzuwenden. Das zeigen psychologische Experimente, die auch aufzeigen, dass sich dadurch die Bearbeitungszeit verlängert und die Fehlerquote steigt.

 

Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie zwei unterschiedliche Entscheidungen zur gleichen Zeit fällen müssen, in dem Sie am Telefon nach einem Gesprächstermin gefragt werden und ein Kollege gleichzeitig fragt ob, ob und welche Unterlagen Sie für die nächste Besprechung vorab in ausgedruckter Form brauchen. Diese Art von Entscheidungsprozessen können nur nacheinander ablaufen. 

 

Eine Rolle spielt auch noch, wie geübt wir bei diesen kombinierten Tätigkeiten sind, wie z. B. wenn ein Autofahrer sich mit seinem Beifahrer unterhält. Es fällt dem langjährigen Fahrer leichter als einem Fahranfänger. Nichtsdestotrotz ist IMMER die Gefahr der Ablenkung gegeben.

 

 

Multitasking kann sehr gefährlich sein

Gibt übrigens eine wissenschaftliche Studie, dass das Telefonieren im Auto mit dem Handy , auch mit einer  Freisprecheinrichtung, das Unfallrisiko vervierfacht. Das entspricht einem Alkoholgehalt von 0,8 Promille! Also VORSICHT!

 

Hier gibt es auch eine Laborstudie Quelle Wikipedia, in denen Personen in einem Fahrsimulator die Bremse betätigen sollten, dass die parallele Kommunikation über ein Handy die Leistungsfähigkeit beeinflusste. Die Probanden übersahen in der Einzelaufgabe (Bremsen bei roter Ampel) lediglich 3 % der roten Ampeln, während sie bei der Mehrfachaufgabe (Telefongespräch, Bremsen bei roter Ampel) bereits 7 % der roten Ampeln übersahen und sich die Reaktionsgeschwindigkeit zum Betätigen des Bremspedals um 50 ms verringerte.[7]

 

Übrigens gibt es zum Thema Multitasking auch eine Podcast Folge, falls Sie reinhören wollen einfach hier klicken:  #30 Warum Multitasking Käse ist - wichtige Erkenntnisse  aus der Gehirnforschung

Eine kurze Zen Geschichte "Leben im Hier und Jetzt"

 Wenn Sie mir schon länger folgen dann wissen Sie ja dass ich ein Fan bin von Sprichwörtern, Zitaten und Weisheiten, weil ich immer wieder fasziniert bin, wie viel Inhalt man in so kurze Aussagen packen kann. Wenn es für mich passt und richtig ist, ist es mir egal wo es herkommt.

 

Daher an der Stelle  die Klarstellung, auch wenn ich des oftmals asiatische Weisheiten zitiere, hat das nichts mit Religion zu tun. Ich finde zum  Beispiel auch oft Aussagen aus dem Buddhismus, die für mich eine tiefe Wahrheit beinhalten, bin aber selbst keine Buddhistin.

 

Ich erwähne das so explizit, weil manche Menschen überempfindlich darauf reagieren, wenn sie denken, dass andere Religionen ins Spiel kommen und man sie in irgendeiner Form bekehren möchte. Also nochmal: Das liegt mir fern.

 

In der Geschichte unterhalten sich ein Zen Schüler und ein Zen Meister. Zen ist eine Richtung im Buddhismus.

 

Ein Zen-Schüler fragt seinen Meister: „Was unterscheidet den Zen-Meister von einem Zen-Schüler?“ Der Zen-Meister antwortet: „ Wenn ich gehe, dann gehe ich . Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.“

 

Der Zen Schüler sagt: „Wieso? Das mache ich doch auch.“

 

Der Zen-Meister antwortet: „Wenn du gehst, denkst du ans Essen und wenn du isst, dann denkst du ans Schlafen. Wenn du schlafen sollst, denkst du an alles Mögliche. Das ist der Unterschied.“

 

Die Geschichte zeigt: Wir sind uns unserer Gewohnheiten oft gar nicht bewusst und sehen selbst nicht, was wir ändern könnten. Und  es klingt so einfach und ist doch so schwer. Nämlich sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Körper genau bei der Sache zu sein, die man grade tut.

Multitasking ist schädlich - Multitasking und Stress

Die meisten Wissenschaftler gehen heute von einer begrenzten Kapazität in der Informationsverarbeitung aus, wobei die gleichzeitige Verarbeitung mehrerer Reize nur dann möglich ist, wenn die maximale Verarbeitungsressource noch nicht ausgeschöpft ist. Danach kommt es zu einem drastischen Leistungsabfall und möglicherweise sogar zu neurobiologischen Veränderungen.

 

Zweifellos zeigt dies die Grenzen der gleichzeitigen Informationsverarbeitung angesichts der Reizüberflutung unserer Umwelt.

 

Der Hirnforscher David E. Meyer von der University von Michigan zeigt, dass Multi-Tasker mehr Zeit für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigen, als wenn sie sie hintereinander ausführen und dass sie dabei die Fähigkeit zum Fokussieren nach und nach verlieren sowie an verstärkter Ausschüttung von Stresshormonen leiden.

 

Der anerkannte ADS-/ADHS-Spezialist und Psychiater Edward Hallowell sieht sogar Zusammenhänge der Symptome von Multi-Taskern zu seinem Fachgebiet.

Multitasking lernen

Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden zum  Beispiel auch im Job, zu versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Grade ich, die lange Jahre im Vertrieb/Export Maschinenbau gearbeitet hat, was ja ganz viel mit Logistik zu tun hat, weiß genau, von was ich spreche. Denn die Vorgänge sind komplex, ziehen sich bei großen Maschinen über Monate hinweg und viele Dinge müssen parallel laufen.

 

Ich möchte Ihnen an der Stelle einfach die Anregung geben, wann immer Sie Multitasking  vermeiden können:  Tun Sie es! 

 

Denn konzentriert eine Aufgabe nach der anderen abzuarbeiten ist weitaus  effektiver und effizienter.

Eine Comicfigur, die mehrere Arme hat und damit gleichzeitig mehrere Dinge tut
Warum Multitasking Käse ist

7 Tipps, wie Sie Mini- Achtsamkeitsübungen ganz einfach in den Alltag einbauen können

Es gibt viele Gelegenheiten bei alltäglichen Tätigkeiten bewusst all unsere Sinne einzusetzen, um einen Moment zu spüren und intensiv wahrzunehmen, so zum Beispiel:

- Beim Zähneputzen

- Beim Kaffee trinken

- Beim Frühstücken, beim Mittagessen (generell beim Essen)

- Auf dem Weg zur Arbeit im Auto, Bus oder Bahn

- Beim Gehen (Tipp: meine gesprochene Anleitung zur Gehmeditation)

- Beim Händewaschen usw.

 

Setzen Sie alle Sinne ein: Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen!

Eine Achtsamkeitsübung, ohne zusätzlichen Zeitaufwand

 

 Hier können Sie einen deutlichen Unterschied wahrnehmen, da wir diese täglichen Kleinigkeiten normalerweise mit einem Automatismus ausführen und dem keine Beachtung schenken, weil es offenbar nicht wichtig ist. Wenn Sie also den Automatismus durchbrechen und das nächste Mal bewusst Ihre Zähne putzen, dann sind Sie "im Hier und Jetzt" und entschleunigen bewusst dabei.

 

Wie gesagt, das Schöne daran ist, dass Sie keinen zusätzlichen Zeitaufwand haben:


- Fragen Sie sich, wie Sie sich vor dem Zähneputzen fühlen
- Wie sieht die Zahnbürste oder die Zahnpaste aus,  rund, eckig, farbig,  lange/ kurze Borsten,  hart oder weich, weiß, mit roten Streifen 

- riecht es frisch, scharf, herb
- schmeckt es nach Minze, nach Kräutern,  Menthol

- Ist der Druck auf Zähne und Zahnfleisch sanft und gleichmäßig

- Kommt das Wasser als Strahl oder leichtes Plätschern 

- Ist das Wasser warm, lauwarm oder eher kühl
- Wie fühlen Sie sich nach dem Zähneputzen

 

Merken Sie den Unterschied? Das beruhigt Ihren Geist. Und wenn Siesolche achtsamen Übungen in Ihrem Alltag regelmäßig machen, werden Sie die wertvolle Erfahrung machen, dass es Ihren Geist immer schneller beruhigt. Und je häufiger Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment lenken, um so tiefer werden Sie mit sich selbst in Kontakt kommen und Ihr Potenzial und Ihre Einzigartigkeit erkennen, was Ihnen im täglichen Einerlei der Gewohnheiten im Weg steht. Sie  werden immer mehr erkennen, dass sie vieles in Ihrem Leben automatisch gemacht haben, gedankenverloren durch die Gegend gelaufen sind und wie viel Sie dadurch verpassen.

 

Mehr Achtsamkeit zu lernen, im Hier und Jetzt zu leben,  ist übrigens auch ein Bestandteil dessen, was Sie bei mir lernen können weil es eine sehr gute Methode zur Stressreduktion ist. Sie lernen, sich  kleine Oasen der Achtsamkeit einzurichten, in denen Sie ganz bei sich selbst sind und Ruhe finden. Sie werden dadurch insgesamt ruhiger, klarer und selbst bestimmter und erfahren mit der Zeit ein ganz neues Lebensgefühl und eine neue Lebensqualität.

- 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Steht Ihre Stressampel auf rot, gelb oder grün? Wie dringlich ist es für Sie, aktiv zu werden? Wie hoch ist Ihr Stresslevel wirklich und wie gefährdet sind Sie? Machen Sie schnell, einfach und bequem Ihren persönlichen Stress Test!

Mit der Anmeldung zu den Anti-Stress-News erhalten Sie exklusive Webinar- Einladungen, spannende Tipps, die neuesten Angebote und 10% Rabatt bei Buchung eines Onlinekurses oder Kauf eines Produktes. Jetzt anmelden!

Stress Test mit Auswertung

Stress ist heut alltäglich. Doch wann ist es zu viel? Wann sollten Sie anfangen, aktiv zu werden und Maßnahmen gegen Stress zu ergreifen? Eine der am häufigsten gestellten Fragen.


Doch es  gibt hierauf keine pauschale Antwort, denn Stress wirkt individuell. Mit Ihrem persönlichen  Stress Test  und der dazugehörigen Auswertung können Sie Ihren  Stresspegel zunächst selbst näher bestimmen und Ihre Stressgefährdung besser einschätzen. 

 

Sie erfahren so, ob Ihre Ampel noch auf grün oder schon auf gelb oder gar rot steht und wie dringlich es ist, aktiv zu werden und passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um Stress zu reduzieren und fit und gesund zu bleiben.